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Erster internationaler Belt-Cup: Ein Wochenende mit Fußball, Familienfest und Wirtschaftsforum auf der Lohmühle

Das erste Belt-Fest als Mischung aus Sport, Familienfest und Wirtschaftsforum war ein Erfolg. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft ging die Sommerparty auf der Lübecker Lohmühle weiter. Deutsche und dänische Fußballteams spielten den ersten Belt-Cup aus. „So eine Veranstaltung hat es bisher nicht gegeben. Mit diesem Dreiklang aus Sport, Familienfest und Wirtschaft wollen wir die deutsch-dänische Verbindung in der Fehmarnbelt-Region weiter stärken“, sagte Konsul Bernd Jorkisch, Vorstandsvorsitzender des HanseBelt e.V., der das dreitägige Fest gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV), dem Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern, dem dänischen Fußball-Regionalverband DBU Lolland-Falster sowie der Stiftung Femern Belt Development Fond organisiert hatte. Schirmherr war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther.


Sechs Teams aus Deutschland und Dänemark traten gegeneinander an: Gastgeber VfB Lübeck, Eutin 08, der FC Anker Wismar, die dänischen Teams HB Køge und Nykøbing FC sowie eine Fehmarnbelt-Auswahl. Sie spielen um insgesamt 30.000 Euro Prämien. Das Turnier entschied der VfB Lübeck mit einem 2:0 über Nykøbing für sich. „Parallel zu den spannenden Spielen konnten sich die Besucher auch auf dem Belt-Fest amüsieren. Durch das Erleben des Belt-Festes soll auch die Freude über das Entstehen der neuen ‚Zukunftsregion Fehmarnbelt‘ wachsen“, so Jorkisch.


Ein Expertenrunde diskutierte im deutsch-dänischen Wirtschaftsforum, wie sich die Region zwischen Elbe und Øresund für die Zukunft aufstellen sollte. Die Digitalisierung werde diese Entwicklung nachhaltig vorantreiben, darin waren sich die Experten einig: In Deutschland gibt es rund 125 Millionen Smartphones, jedes Jahr kommen rund 20 Millionen kommen dazu. Der neue 5G-Mobilfunkstandard wird das Kommunikationsverhalten weiter verändern. „Aber die eigentliche Revolution wird es an anderer Stelle geben“, sagte Theo Weirich. „In Deutschland gibt es Milliarden Maschinen, die dank der neuen Technik miteinander und mit anderen Geräten kommunizieren können. Das ist die große Chance, die wir im Verbund mit unseren dänischen Nachbarn nutzen wollen“, erläuterte der Geschäftsführer der Norderstedter wilhelm.tel GmbH vor rund 80 geladenen Gästen, unter ihnen Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, Mitglieder des Landtags sowie Vertreter von Unternehmen.


Michael Fränkle von der der dänischen TDC Group stimmte Weirich zu. „Die Deutschen können von den Dänen lernen. Gefühlt ist die Digitalisierungs-Quote im Nachbarland zehn Jahre voraus.“ Die Dänen bauen zurzeit das Internet der Dinge auf, angefangen bei smarten Verkehrs- und Parkleitsystemen. „Diese erleichtern den Menschen den Alltag ungemein.“ Seit seinem Wechsel nach Kopenhagen habe er die Vorteile des digitalen Wandels zu spüren bekommen. „Ich habe bisher kein Bargeld in der Hand gehabt, sondern alle Zahlungen digital abgewickelt.“


Diese Erfahrung bestätigte auch Reiner Perau, Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer in Kopenhagen. „Ich habe mich auch daran gewöhnt, ohne Bargeld zu bezahlen. Leider klappt das in Deutschland noch nicht überall so reibungslos wie in Dänemark.“ Die Nachbarn seien schon so weit, weil sie nicht so lange prüften und planten wie die Deutschen. Trotzdem griffen die Dinge ineinander und funktionierten. „Die Dänen haben eine große Bereitschaft zur Veränderung. Deshalb sind sie in vielen Dingen so gut“, sagte Perau. Die Zusammenarbeit zwischen deutschen und dänischen Unternehmen funktioniere bereits gut, und der HanseBelt könne sich bereits mit den dänischen Nachbarn vergleichen.


Auch Sven Heinsen, Senior Director bei Ramboll Management Consulting, sieht die Region zwischen Elbe und Öresund gut aufgestellt. „Wir haben viele gute Ingenieure, die zum Wirtschaftswachstum beitragen“, so Heinsen. Allerdings würden viele andere Regionen schneller wachsen. „Deutsche und Dänen müssen noch enger zusammenarbeiten. Keine der Teilregionen oder die Metropolen für sich sind im internationalen Wettbewerb stark genug.“


An die Gemeinsamkeiten appellierte auch Stig Rømer Winther, Geschäftsführer der Stiftung Femernbelt Development. Beide Seiten seien geborene Partner und könnten profitieren, wenn sie voneinander lernten. Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels werde als physische und symbolische Verbindung das Zusammenwachsen der Region fördern. Auch Lars Schöning sieht große Chancen in einer engen Kooperation zwischen Deutschen und Dänen: „Die Politik muss positive Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung setzen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. „Wir beraten die Unternehmen dabei, die Chancen durch Digitalisierung zu nutzen.“ Glasfaserleitungen seien nur die Infrastruktur, die Wirtschaft müsse nun Prozesse und Anwendungen entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter zu erhalten.
Alle Teilnehmer der Talkrunde waren sich einig, dass die deutsch-dänische Region große Chancen habe, wenn alle Akteure eng zusammenarbeiten. Das Belt-Fest und der erste Fußball-Belt-Cup auf der Lübecker Lohmühle seien ein wichtiger Schritt, auch die Menschen in der Region zu Fans der gemeinsamen Zukunft zu machen. „Wir wollen die Menschen begeistern und ihnen zeigen, dass sie in einer Region voller Möglichkeiten leben“, fasste Konsul Bernd Jorkisch, Vorsitzender des HanseBelt Initiativkreises zusammen, warum der Verein gemeinsam mit den Fußballverbänden von Schleswig-Holstein und Lolland-Falster das Event als Mischung aus Leistungssport, Familienfest und Wirtschaftsforum organisiert hat.


Ergänzende lobende Worte zum Event kamen von Stig Rømer Winther: „Der allererste Belt-Cup in Lübeck hat wirklich gezeigt, was wir in der Fehmarnbelt-Region gemeinsam bewerkstelligen können. Alle Teilnehmer und Zuschauer erlebten ein professionell geplantes und hervorragend umgesetztes Turnier und Fest an der Lohmühle. Wir freuen uns schon jetzt darauf, im nächsten Jahr Gastgeber auf unserer Seite des Belts in Nykøbing zu sein und den Belt-Cup zu einer festen Größe in unserer deutsch-dänischen Region weiter zu entwickeln.“

 

Foto: RedHead Media/Sandra Holzfuß

 

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