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"Wissen+" Mitglieder des HanseBelt e.V. informierten sich zum Thema Flucht und Asyl

Bei der Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen und Asylbewerbern gilt es vieles zu beachten. Mitglieder des HanseBelt e.V. nutzten ein Treffen in der Agentur für Arbeit Lübeck, um sich über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

Markus Dusch, Chef der Arbeitsagentur Lübeck, stellte zunächst das Verfahren nach der Einreise in Deutschland von der Registrierung bis zur Entscheidung des Bundesamtens für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor. Anschließend erläuterte er den Zugang zum Arbeitsmarkt bei Vorliegen einer Duldung, Gestattung oder Aufenthaltserlaubnis.

Er hob hervor, dass die Integration in den Arbeitsmarkt eine große Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Dabei dürfen keine falschen Erwartungen geweckt werden, denn es handelt sich in vielen Fällen nicht um Fachkräfte von morgen – sondern von übermorgen. In anderen Ländern gibt es nicht wie in Deutschland die duale Ausbildung mit anerkanntem Abschluss. Tätigkeiten zum Beispiel als Maurer, Maler, Fliesenleger, Servicekräfte im Gastgewerbe, Bäcker oder Krankenschwestern gibt es auch in Asylzugangsländern. Diese Fähigkeiten müssen für den deutschen Arbeitsmarkt jedoch meist angepasst werden. Im Vordergrund steht deshalb Spracherwerb, Kompetenzfeststellung und Qualifizierung.

Das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz vom Oktober 2015 ermöglichte es der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Herbst vergangenen Jahres eine schnelle und unbürokratische Hilfe zur Sprachförderung von Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive aus Syrien, Eritrea, Irak und Iran anzubieten. Als einmalige Nothilfe wurden zusätzliche Finanzmittel aus Beitragsmitteln der Arbeitslosenversicherung für Kurse zur Verfügung gestellt, die bis Ende 2015 begannen. Ziel dieser Kurse war es, die Verständigung auf einfachem Niveau überhaupt erst zu ermöglichen und so die Grundlage für eine weitere sprachliche Förderung zu schaffen.

Im Agenturbezirk Lübeck nahmen 2.000 geflüchtete Menschen bei verschiedenen Bildungsträgern teil. Zurzeit werden die Kenntnisse und Fähigkeiten (Kompetenzen) dieser Kursteilnehmer in der Arbeitsagentur erfasst, um die beruflichen Einsatzmöglichkeiten auszuloten und darauf aufzubauen. Nach erfolgten Integrationskursen und berufsbezogenen Sprachförderungen des BAMF, werden sich bei Bedarf weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen der Arbeitsagenturen und Jobcenter anschließen.

Die vielen jungen Menschen unter den Flüchtlingen erwerben ihre ersten Deutschkenntnisse in der Schule und in den Berufsintegrationsklassen an der Berufsschule. Die Klassen werden begleitet von der Berufsberatung in Fragen der Berufsorientierung. Wer im Anschluss daran noch nicht in eine Ausbildung einmünden kann, für den bietet sich z. B. als probates Mittel die Einstiegsqualifizierung an. Die Unterstützungsleistungen der Arbeitsagenturen und Jobcenter reichen für erwachsene und junge Geflüchtete von Beratung und Bewerbungstraining, Akquise passender Arbeits- und Ausbildungsstellen, Ausbildungsförderungen bis hin zu Praktika beim Arbeitgeber.

Die BA hat in ihrem Online-Angebot einen Überblick zu wesentlichen Rahmenbedingungen für Arbeitgeber zusammengestellt. Unter dem Link Beschäftigung von geflüchteten Menschen - www.arbeitsagentur.de erhalten sie Informationen, unter welchen Voraussetzungen eine Arbeit oder Ausbildung möglich ist, was bei einem Praktikum beachtet werden muss oder welche finanziellen Unterstützungsleistungen Arbeitsagenturen und Jobcenter gewähren können. Darüber hinaus werden häufig gestellte Fragen beantwortet, zum Beispiel was eine Arbeitsmarktprüfung beinhaltet oder wie geflüchtete Menschen entlohnt werden. Gerne steht der der Arbeitgeber-Service der Agenturen für Arbeit für weitere Fragen zur Verfügung.

Quelle: Agentur für Arbeit

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