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„HanseBelt lässt das Herz des Wirtschaftsförderers höher schlagen“

„Ihre Möglichkeiten gemeinsam mit Hamburg und Dänemark lassen das Herz eines regionalen Wirtschaftsförderers höher schlagen“ – Wolfgang Marquardt weiß wovon er spricht. Er ist Prokurist der OstWestfalenLippe Gesellschaft zur Förderung der Region mbH (OWL). In der Region um Bielefeld, Paderborn und Detmold ist es Marquardt zufolge gelungen, alle Kräfte in der Wirtschaft zu bündeln. Es ist eine international bekannte, digitale Modellregion, „die Industrie 4.0 kann“, sagte er auf dem HanseBelt Zukunftskongress 2019 in Lübeck. Trotzdem war er von der Region im Dreieck Hamburg-Schwerin-Fehmarn begeistert: „Von Ihnen nehme ich den Happy-Region-Gedanken mit. Bei diesem Thema möchte ich gern mit Ihnen zusammenarbeiten.“ 

Mehr als 170 Vertreter der Mitgliedsunternehmen der HanseBelt-Initiative sowie Interessenten aus Wirtschaft und Politik waren in das Hotel Hanseatischer Hof nach Lübeck gekommen, unter ihnen Klaus Schlie, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags, Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau und Elke Christina Roeder, Oberbürgermeisterin der Stadt Norderstedt. Moderatorin des Kongresses mit dem Titel: „Chancen nutzen – Innovation und Infrastruktur im HanseBelt“ war Vanessa Seifert, stellvertretende Lokalchefin des Hamburger Abendblatts. 

In seiner Keynote zu Megatrends betonte Claus Kjeldsen, Geschäftsführer des Heimdall Instituts, dass Automatisierung und Digitalisierung alle Prozesse in der Wirtschaft verändern und beschleunigen werden. „Kein Unternehmen kann sich heute sicher sein, auch in zehn Jahren noch da zu sein.“ Das betreffe auch Global Player, vor allem über das Internet arbeitende Konzerne. Diese seien in der Regel höchstens 20 Jahre alt und entsprechend innovativ. Es gelte aber, diese Innovationsfähigkeit zu bewahren. Hinzu komme, dass ich die Bedeutung von China und Indien, aber von afrikanischen Ländern in den kommenden Jahren deutlich verstärken werde, da dort die Bevölkerungen und mit ihnen die Wirtschaft wächst. Europa könne weiterhin eine bedeutende Rolle spielen, sofern es sein Know-how dafür einsetzt, den Übergang von bisher hierarchischen Organisationsformen zu vernetzten Prozessen zu gestalten. 

Der HanseBelt-Vorstandsvorsitzende, Konsul Bernd Jorkisch, sagte, die Initiative wolle die Region in diesem Sinne weiterentwickeln. „Wir sind die Happy Region, weil wir schon viel richtig gemacht haben. Und das, was wir noch nicht können, lernen wir heute. Es kann nur gut werden, wenn sich die glücklichsten Deutschen und die glücklichen Dänen zusammenschließen.“ Ziel ist es, gemeinsam mit den Nachbarn eine Zukunftsregion zwischen Hamburg und Kopenhagen sowie auch darüber hinaus zu schaffen und zur Top-Wissenschaftsregion zu werden.

Minister Buchholz bescheinigte dem HanseBelt, ein Hotspot in Deutschland zu sein. „Hier hat alles deutlich an Schwung gewonnen. Alle Spieler sind enger zusammengerückt, auch die Kommunen, die am Regionalmanagement im HanseBelt mitwirken“, so Buchholz. „Es tut sich viel im HanseBelt. Die feste Fehmarnbelt-Querung gibt der Wirtschaft Impulse und das Accelerator-Projekt in Lübeck wird zu weiteren Gründungen führen.“ Auf die Frage von Vanessa Seifert, ob die Verkehrsprojekte zur Anbindung an die Fehmarnbelt-Querung zu teuer geworden sind, entgegnete der Minister gelassen: „Nur, wenn Sie Zahlen von 2007 zugrunde legen. Inzwischen sind Planungen für den Bau einer neuen Eisenbahntrasse mit Lärmschutz und eine neue Fehmarnsund-Querung hinzugekommen. Das ist ein transeuropäisches Projekt, das nicht am Teilstück Puttgarden-Hamburg scheitern darf“, betonte er unter Applaus. Zugleich forderte er mehr Industrie in Schleswig-Holstein. „Und dafür brauchen wir Flächen.“ 

Norbert Basler, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Basler AG in Ahrensburg, fühlte sich durch Kjeldsens Vortrag bestätigt. „Der größte Transformationsprozess steht uns bevor. Wir müssen dabei vorangehen, sonst tanzen wir bald nach der Pfeife der Amerikaner.“ Es müsse endlich Schluss sein mit der Technologiefeindlichkeit. „Technologie ist die Lösung“, sagte er. Damit sich diese Erkenntnis noch stärker als bisher in der Gesellschaft ankommt, sollten die Unternehmer und die Bürger ihre Grundhaltung ändern und ihr übertriebenes Sicherheitsdenken zurückfahren. „Wir müssen unsere Komfortzone verlassen und mehr Mut haben“, betonte er und erhielt dafür Applaus.

Fotos: Olaf Malzahn

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