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Die Dänen legen los am Fehmarnbelt: Wirtschaft im HanseBelt begrüßt Termin für Baustart

Mitteleuropa und Skandinavien rücken enger zusammen: Mit Freude hat die Wirtschaft im HanseBelt die Entscheidung des dänischen Parlaments aufgenommen, Anfang des kommenden Jahres mit dem Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zu beginnen. "Auf dieses Signal haben wir lange gewartet, jetzt haben wir endlich Gewissheit, dass es los geht", sagt Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck. "Es ist eine gute Nachricht für ganz Europa, dass hier eine feste Achse von Nordschweden bis Sizilien entsteht. Vom Bau des Tunnels zusätzlich zum bereits bestehenden Fährverkehr erwarten wir viele Impulse für Wachstum und Innovation in Wirtschaft und Wissenschaft."

Auch Konsul Bernd Jorkisch, Vorsitzender der HanseBelt-Initiative, freut sich über die guten Nachrichten aus dem benachbarten Königreich. "Wir leben in einer Region mit großen Chancen, die wir entschlossen nutzen wollen. Gemeinsam werden wir den HanseBelt zu einer Top-Region in Europa entwickeln - für dieses Ziel haben wir stets gekämpft", so Jorkisch. Schon jetzt sollten sich die Unternehmen darauf einstellen und mitwirken.

"Trotz der aktuellen Krise sollten die Wirtschaft und besonders die Logistikbranche an den Planungen und Dispositionen für ihre internationalen Strategien weiterarbeiten und sich um Aufträge für den Bau des Tunnels und seiner Anbindung an das Straßen- und Schienennetz auf deutscher Seite bewerben." Zugleich empfiehlt er den Kommunen, ihre geplanten Investitionen im Zuge des Tunnelbaus weiterhin vorzusehen. "Die Wachstumseffekte im HanseBelt insgesamt können helfen, die wirtschaftliche Erholung nach Corona durch einen additiven Schub zügiger zu erreichen."

Für das international aufgestellte Fehmarnbelt Business Council (FBBC) bringt die Entscheidung einen neuen Schub für den europäischen Gedanken. "Es ist ein starkes Signal, dass ein Mitgliedstaat ein großes TEN-Projekt nachhaltig und mit konkreten Terminen vorantreibt. Dies ist ein wertvolles Zeichen für die weitere europäische Integration, gerade in aktuell herausfordernden Zeiten", betont der FBBC-Vorsitzende Dr. Arno Probst.

Im FBBC engagieren sich Kammern und Unternehmensverbände aus Norddeutschland, Dänemark und Schweden mit insgesamt 400.000 Unternehmen. Probst ist davon überzeugt, dass eine gut funktionierende Verkehrsinfrastruktur und intelligente, zuverlässige Logistikketten in Zukunft noch bedeutsamer sein werden: "Deutsche und Skandinavier werden hier gemeinsam wichtige Impulse geben."

Einen großen Fortschritt sieht auch der Verein Beltoffen. "Die Dänen machen Nägel mit Köpfen. Sie haben das Projekt zu Ende geplant, die Finanzierung steht, jetzt kann es endlich losgehen", sagt Jens O. Leisse, Vorsitzender von Beltoffen. "Sobald das Planungsrecht auf deutscher Seite hergestellt ist, können auch bei uns die Vorbereitungen beginnen." Im Herbst befasst sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit den Klagen gegen das Jahrhundertprojekt. "Sobald auch hier Rechtssicherheit besteht, sollten wir alle Beteiligten im Kreis Ostholstein an einen Tisch bringen und gemeinsam unsere Zukunft gestalten", so Leisse.

Eine gute Gelegenheit dafür seien die Fehmarnbelt Days 2021 am 30. und 31. Mai 2021 im Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand. "Beim Festival am ersten Tag treffen sich Politiker, Unternehmen und Familien aus der Region zum Kennenlernen, Feiern und Austausch über die Zukunft", sagt Präses Kühn. Aufgrund der Coronakrise haben die Organisatoren der Fehmarnbelt Days 2020, zu denen die IHK, das FBBC und der HanseBelt e. V. gehören, die Veranstaltung um ein Jahr verschoben.

Foto: Femern A/S

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