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Alle Klagen abgewiesen: Wichtigstes Bauvorhaben in Norddeutschland kann starten

Mit großer Erleichterung haben die IHK Schleswig-Holstein und die Wirtschaft im nördlichsten Bundesland die höchstrichterliche Entscheidung über den Bau des deutschen Teils der Fehmarnbelt-Querung aufgenommen. „Endlich kann das wichtigste Infrastrukturvorhaben in Norddeutschland mit den erwarteten positiven Ausstrahlungseffekten auf Skandinavien und ganz Europa uneingeschränkt starten“, sagte die Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, Friederike C. Kühn, nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig alle Klagen abgewiesen hatte. 

„Seit 2015 besteht Baurecht für den dänischen Teil der Fehmarnbelt-Querung. Jetzt haben wir nach langen Jahren des Wartens endlich Klarheit über die Planungen für den Teil auf deutscher Seite. Darauf hat die Wirtschaft schon lange gewartet, die dringend auf Planungssicherheit angewiesen ist“, so Kühn. Der Bau der Fehmarnbelt-Querung sei eine Chance zur weiteren positiven Entwicklung der Region zwischen Hamburg und dem Öresund. „Diese wollen wir unbedingt nutzen. Wir rechnen mit einer spürbaren Aufbruchstimmung.“ Die Wirtschaft im Norden wartet seit Jahren auf positive volkswirtschaftliche Effekte durch das große Bauvorhaben. Das gilt zum einen für direkte Auswirkungen während der Bauphase auf Einzelhandel und Dienstleistungsangebote als auch längerfristig auf die Nachfrage nach verstärkter Ausweisung von Wohngebieten und Gewerbegebieten.
 
Die Präsidentin verweist jedoch darauf, dass sich die Region noch mehr als zuvor mit einer aktiven Regionalpolitik auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen muss. „Nicht alles wird von allein passieren, daher sind weitere begleitende Schritte des Regionalmarketings und der Wirtschaftsförderungen erforderlich, um Wachstumsimpulse aufzunehmen und in zählbare Erfolgsstorys in einem völlig neuen Wirtschaftsraum umzumünzen.
 
Um bestmöglich von den Impulsen zu profitieren, müsse Schleswig-Holstein noch weitere Anstrengungen unternehmen, so Kühn weiter. Ein aktives Regionalmanagement sollte im Bereich des Tourismus, der Dienstleistungen und der Kultur die Dinge voranbringen. Begleitende Infrastrukturmaßnahmen im Bereich der Straßenanbindung und des Schienenverkehrs werten die Region als Logistikstandort weiter auf. Dazu gehören der Weiterbau der A 20, die Verbesserung der Anbindung des Lübecker Hafens, die Weiterführung der A 21 bis nach Niedersachsen, der Neubau und die Verlängerung der S 4 von Hamburg bis Bad Oldesloe sowie ein Bypass für den Schienengüterverkehr durch Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen.
 
Der Tunnel ist ein Projekt von europäischer Dimension und Bestandteil der Transeuropäischen Netze (TEN). Es fördert das Zusammenwachsen Skandinaviens mit Kontinental-Europa auf wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Ebene und schafft außerdem hervorragende verkehrliche Voraussetzungen für gute logistische Lösungen im Korridor von Skandinavien bis zum Mittelmeer. Kühn: „Das europäische Ziel, einen durchgängigen Transportweg im Verein mit dem Brenner-Basis-Tunnel zu schaffen, ist jetzt zum Greifen nah.“ Daher sei die Vollendung des skandinavisch-mediterranen TEN-Korridors von Helsinki (Finnland) nach Valletta (Malta) mit der Fehmarnbelt-Querung ein entscheidender Fortschritt für ganz Europa. Die ganze Wirkung der Netzeffekte der europäischen Verkehrsprojekte mit Verlagerungsmöglichkeiten des Schwerverkehrs auf die Schiene ergebe sich, sobald alle Projekte fertiggestellt und freigegeben sind. 
 

  Foto: HanseBelt/Bernd Jorkisch

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